Sie suchen die "Lösung ohne Verlierer"

Mediation etabliert sich als vielversprechendes Mittel im Konfliktfall — Auf dem Weg zu einem Konsens ist viel Geduld notwendig

 

Mosbach. Sie bewegen sich auf Wegen, die eigentlich nie enden, und haben dennoch ein klares Ziel vor Augen: „Konsens statt Kompromiss" - so formulieren professionelle Mediatoren das Plansoll, wenn sie im Konfliktfall als „Vermittler" eingeschaltet werden. Derlei verfahrene Situationen gibt es en masse, im wirtschaftlichen wie im privaten Bereich. Dass man für deren Lösung das durchaus vielversprechende Mittel „ Mediation" einsetzt, ist bislang dennoch eher die Ausnahme denn die Regel.

 

„Viele wissen ja auch gar nicht, was wir machen", kennt Wirtschaftsmediatorin Marianne Heck Gründe dafür. Und ist folglich um Aufklärung bemüht: „Wir wollen erreichen, dass die Menschen wieder miteinander kommunizieren. Und zwar nachhaltig." Klingt logisch.

 

Aber wie funktioniert das, wenn man zwei Parteien hat, die sich ganz offensichtlich nicht mehr allzu viel zu haben? „Man muss natürlich viel Geduld haben", sagt die Diedesheimerin Marianne Heck, die aktuell mit ihrer Kollegin und Rechtsanwältin Christin Dietz-Roth im Rahmen einer größeren Co-Mediation in der Region vermittelnd tätig ist. In mehreren (standardisierten) Phasen nehmen sich die Mediatoren der Konfliktsituation, respektive den Beteiligten an. Der Mensch stehe dabei immer im Mittelpunkt, so Heck, man bewege sich dabei. weg von Positionen und hin zu den menschlichen Interesssen. Die Mediation biete auf dem Weg zum großen Ziel „ Konsens" zwar eine Vielzahl an Werkzeugen. Allerdings stellen Marianne Heck und Christin Dietz-Roth auch unmissverständlich klar: „Die Lösung des Konflikts muss immer von den Beteiligten selbst kommen". Entsprechend werden auch Inhalt und Ablauf der Mediation von den Parteien selbst mitbestimmt. Sprechen, schweigen und aktiv zuhören müsse man in diesem Prozess, schließlich sucht man nach einer Lösung ohne Verlierer. Einen Schlussstrich von externer Seite gebe es dabei nicht, allenfalls unter den eigentlichen Konflikt.

 

Den eigentlichen Abschluss einer erfolgreichen Mediation fixiert man dennoch: „Es wird ein Mediationsvertrag geschlossen, in dem man die gefundenen Lösungen festhält", erläutert Marianne Heck, die parallel zu ihrer Mediationstätigkeit auch als „ Systemischen Coach" berät. Frau Heck, zwischenzeitlich annähernd 25 Jahre in der Leitung eines mittelständischen Unternehmens verantwortlich, hatte die Mediation einst über eine ehrenamtliche Tätigkeit entdeckt und sich in der Folge immer weiter in dieses Fachgebiet eingearbeitet.

Das mitunter noch „unbekannte Wesen" Mediation scheint aber nicht nur selbst nach zukunftsorientierten Ergebnissen für alle Beteiligten zu streben.

 

Von Heiko Schattauer

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